Alle Männer sind Müll(männer)

Diskussionskultur im modernen Feminismus

Am 14. August 2018 belebten auf Twitter eine Reihe von Usern das Hashtag “#menaretrash” wieder, das zuletzt im Jahr 2017 in Südafrika als Reaktion auf den Mord einer Frau durch ihren Ex-Freund publik wurde.

Zigarren im Garten
Männer rauchen Zigarre und schlagen Frauen.

Während es bei seinem Entstehen die grausame Tat eines Mannes an einer Frau thematisierte, schien es letzten Dienstag keinen Anlass für ein Wiederaufkommen (in Deutschland) zu geben.  Vielmehr scheint es, als würden eine Vielzahl von Frauen auf den fahrenden “Hashtag-Zug” aufspringen und wie eine Lok mal richtig Dampf abzulassen.


Die Themen,mit denen sich auseinandergesetzt wird, reichen von persönlichen Erlebnissen bis hin zur einer strukturellen Kritik an der patriarchalischen Gesellschaft.

Der Ton mit dem getwittert wird ist allerdings wenig konstruktiv und zeigt eine Verrohung der Diskussionskultur des Feminismus. Dieser (Ton) kam bereits bei der “#Metoo”-Debatte auf, bei der Frauen die eine unkritische Vorverurteilung von Männer(durch social media) kritisierten, als Verräter gebrandmarkt wurden. Auch wurden sie mit Frauen aus dem 18./19. Jahrhundert verglichen, die gegen das Frauenwahlrecht polemisiert haben und am liebsten zuhause hinter dem Herd bleiben wollten. [1]

Nach Argumentation der “#menaretrash”-Frauen sind alle Männer Müll, da sie entweder die Vorteile der patriarchalischen Gesellschaft für sich ausnutzen oder aber diese Zustände nicht ändern wollen. [2]

Ein Generalisieren und Vorverurteilen von Männern im Allgemeinen blendet jegliche Gegebenheiten der Wirklichkeit aus und kommt mit einer gefestigten Weltanschauung da vorbei, wo Frauen, die schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht haben und sich in einer Phase der emotionalen Wut befinde. Daraufhin werden ihre individuellen Erlebnisse politisiert und auf die gesamte Männerwelt und Gesellschaftsstruktur verallgemeinert.

Das diese Art zu generalisieren für den Feminismus schädlich ist, sah schon Doris Lessing im Jahr 2001:

“I find myself increasingly shocked at the unthinking and automatic rubbishing of men which is now so part of our culture that it is hardly even noticed,”[3]

(z.D. ~Ich bin zunehmend schockierter über das unüberlegte und automatisierte herunterputzen von Männern, welches sich so sehr in unser Kultur etabliert hat, dass man es nicht einmal mehr bemerkt.)

Denn diese Art zu diskutieren beschränkt die eigene Position auf Polemik und Populismus. Aufmerksamkeit vor Inhalt. Und wer nicht auf der eigenen Seite steht, der ist der Feind.


Man(n) ist nicht einmal dazu gezwungen sich inhaltlich und selbstkritisch mit der Thematik auseinanderzusetzen, da diese auf einem so seichten Level geführt wird, das man ohne selbst polemisch zu werden in der Masse des Hasses schlichtweg untergeht. Jede Antwort eines Mannes ist nur das Bellen eines getroffenen Hundes. Jede Aufzählung von (struktureller) Benachteiligung  von Männern nur “whataboutism“.

So entsteht der Eindruck, eine Debatte ist gar nicht gewünscht, da auf alle Argumente mit populistischen Phrasen eingedroschen wird, bis man(n) Ruhe gibt. Das man sich hier auf das viel kritisierte “Afd-Stammtisch”-Niveau hinunter begibt, scheint keinen zu stören. Nur die anderen arbeiten mit Ressentiments, man selbst zeigt ja nur “wahre” Probleme auf und spiegelt seinen Alltag wieder.

Würden Männer eine ähnliche Debatte führen, wären sie wohl sehr schnell die “#besorgtemänner” und es gebe einen medialen “#aufschrei“.

Aber wie geht Man(n) mit so etwas um? Würdest du deinem Müllmann ins Gesicht sagen, das er Müll ist? Würdest du den Kanalreiniger sagen das er Müll ist? Sind Embryos von dem Tag an wo sich ihr Geschlecht herausbildet Müll oder wo fängt Man(n) an Müll zu werden? Wenn ein Junge von einer alleinerziehenden Mutter großgezogen wird, im Kindergarten nur weibliche Betreuer hat, in der Grundschule nur Lehrerinnen; wo fängt dann diese strukturelle Gewalt an, die er über Frauen ausübt oder ausüben kann. Wo wird ihm diese dann beigebracht? Sind die Medien daran Schuld? Die Frauenverachtende Rapmusik? Wäre das nicht viel mehr ein interessanter Ansatzpunkt für eine Debatte, wie man zu einem Mann wird und anfängt wie ein Mann zu denken? Wirkliche Problemlösungen werden nicht zur Hand gereicht.

Vielmehr geht diese “Debatte” in eine Richtung, die eine männliche Erbschuld in jedem Mann sieht, die für jegliche Unterdrückung die Mann einer Frau in unser Zeitgeschichte zugefügt hat, steht. Jeder Mann ist der gleiche Müll, ob er heute oder vor 1000 Jahren gelebt hat. Mann bleibt Mann.

Jeder Feminist und Advokat von Frauenrechten sollte sich dementsprechend fragen, ob es sinnvoll ist seine vom Grundgesetz geschützte Freiheit zur Meinungsäußerung zu nutzen um aus Twitter ein Forum  eine Schlammgrube mit der Aufschrift “Männer sind Schweine Müll” zu machen.

Auch wenn man(n) wohl neidischer wäre und sich auch gerne bei diesem Wetter genüsslich im Schlamm suhlen würde. 

 

Quellen:

[1] https://www.novo-argumente.com/artikel/nein_frauen_sind_keine_opfer

[2] https://www.nzz.ch/feuilleton/mit-dem-slogan-maenner-sind-muell-hat-der-netzfeminismus-einen-neuen-tiefpunkt-erreicht-ld.1412024

[3] http://news.bbc.co.uk/2/hi/entertainment/1491085.stm

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